pdf-iconInnovativität kann an jeder Stelle eines Unternehmens beginnen. Unsere 10 Hypothesen zeigen, dass Querdenken, Mut zu Zukunftsvisionen und eine Portion Dreistigkeit die Zutaten für ein Rezept zur Transformation ganzer Branchen sind.

  1. Innovate or Die
    Tut mir leid, aber an Innovationen führt kein Weg mehr vorbei – falls das überhaupt je der Fall gewesen sein sollte. In Zeiten, in denen Startups nicht nur mit alteingesessenen Unternehmen konkurrieren, sondern ganze Märkte aufmischen, ist Innovation der einzige Ansatz für nachhaltigen Erfolg. Wir brauchen Prozessinnovationen genauso wie Service- oder Produktinnovationen. Aber vor allem brauchen wir Innovationen in den Bereichen Führung und Unternehmenskultur.
  2. Just do it
    In Deutschland sind wir äußerst vorsichtig, wenn es darum geht, neue Dinge herauszubringen, von denen wir glauben, dass „die Zeit dafür noch nicht wirklich reif sei“. Während wir noch überlegen, was man an einer Erfindung verbessern könnte, legen Unternehmen in anderen Ländern einfach los und schauen, wie die Märkte reagieren. Falls es Schwachstellen gibt, die korrigiert werden sollten, können Sie immer noch mit einer Version 2.0 aufwarten. Und wenn Sie dann noch die Außenwelt in den Prozess einbinden, kann es gut sein, dass Sie bereits ein paar Kunden gewonnen haben!
  3. Don´t be afraid of Failure
    Misserfolg wird immer als Gegenteil von Erfolg wahrgenommen. Vielleicht ist unser Schullernsystem daran schuld. Fakt ist aber, dass diese Auffassung in den meisten Unternehmen vorherrscht. Doch viele Beispiele – das Herausragendste ist sicher die Entwicklung der Post-it-Aufkleber – zeigen: Der Misserfolg ist einfach nur der erste Schritt zum Erfolg. Google stellt sogar die Behauptung auf, dass das Unternehmen nicht ausreichend innovativ und kreativ ist, wenn die Misserfolgsquote zu niedrig ist. Natürlich ist nicht der Misserfolg selbst das Entscheidende, sondern die damit signalisierte Bereitschaft, etwas Neues zu probieren. Und ohne Ausprobieren gibt es keine Innovation. So einfach ist das.
  4. Be ambidextrous
    Große Unternehmen haben im Vergleich zu Start-ups und kleinen Unternehmen mehr Schwierigkeiten, wenn es darum geht, innovativ zu sein. Schnelle Entscheidungen und die Möglichkeit, für ein paar Wochen einfach etwas Neues auszuprobieren, scheitern in der Regel an Verwaltungsprozessen und hierarchischen Strukturen. Andererseits aber verfügen diese Unternehmen über die Stabilität, Misserfolge auszugleichen, und über die Ressourcen, Innovationen viel leichter als Start-ups zu entwickeln. Der Fokus auf die Cash Cows ist für große Unternehmen sicherlich wichtig, aber sie sollten mehr Ressourcen für das Forschen bereitstellen und diese beiden Bereiche trennen. Denn den Forschern könnte es gelingen, die Cash Cow der Zukunft zu entwickeln.
  5. Change the World
    Viele Unternehmer im Silicon Valley sind „Goodwill CEOs“, die im großen Stil planen und nicht nur das eigentliche Produkt im Blick haben, sondern es als Schritt in Richtung eines großen Ganzen betrachten. Beispiele sind Elon Musk und seine Träume von der E-Mobilität (Tesla), Mark Zuckerberg mit seiner Vision einer vernetzten Welt und den Internetzugang für jedermann (internet.org) sowie viele andere, die nicht nur an einem Produkt arbeiten, sondern an weltverändernden Ideen. Wenn man eine Vision hat, die weit über das jeweilige Produkt oder den Service hinausgeht, kann man zum Beispiel über die konkrete Herstellung eines Automobils hinausdenken und Zukunftskonzepte für die Mobilität von morgen entwickeln. Das Planen im großen Stil ermöglicht es, die Komfortzone zu verlassen und Neuland zu betreten. Damit betreten wir den Bereich der Innovation.
  6. Don´t kill the Innovation Spirit
    Viele junge Mitarbeiter, die gerade ihr Studium beendet haben und am Anfang ihrer beruflichen Karriere stehen, haben viele Ideen und sind an sinnstiftender Arbeit interessiert. Sie sind voller Energie und Änderungsdrang und räumen ihren Jobs große Priorität ein. Diese Einstellung verflüchtigt sich häufig während des ersten Jahres, nachdem sie Bekanntschaft mit einer strikten Hierarchie, Befehlen und Kontrollen gemacht und festgestellt haben, dass sie nicht als potenzielle Innovatoren wahrgenommen werden. Aber statt Talente zu vernichten und junge Mitarbeiter in Ihrem Unternehmen zu enttäuschen, sollten Sie sie fördern und ernst nehmen. Denn was sie brauchen, ist nicht viel: Keine teuren Firmenwagen, sondern nur eine Plattform, auf der sie ihre Kreativität ausleben können und die ihnen das Gefühl vermittelt, ernst genommen zu werden. Das kann doch nicht so schwer sein.
  7. The Thing about Hierarchy
    Wissen Sie, wann hierarchische Kontrolle innerhalb der Corporate Governance eine gute Idee war? Im Industriezeitalter! Doch mit dem Ende dieser Ära hat die Fähigkeit der Märkte, uns zu überraschen, enorm zugenommen. Die Beschaffung marktgerechter Produkte und Dienstleistungen sowie eine sehr gute Kenntnis über die Bedürfnisse des Kunden haben sich in puncto Markterfolg zu den leistungsstärksten Tools entwickelt. Mittleres Management, Micromanagement und Zentralisierung behindern die Selbstorganisation ebenso wie agile Strukturen, die in einer Welt, in der sich dynamische Änderungen vollziehen, unverzichtbar sind. Lassen Sie anhand von Mehrwert und Marktüberlegenheit ermitteln, wer die Führung hat, auch wenn der Aufstieg – wie in der traditionellen Wirtschaft üblich – nicht über die Karriereleiter erfolgt. Möglicherweise ist das ein Ansatz, der Vielfalt in die Riege der Führungskräfte bringt und damit unterschiedliche Denkweisen förde
  8. The Innovators Dilemma
    Danke, dass Sie es gemerkt haben: Diese Aussage stammt von Clayton M. Christensen, der behauptet, dass ein Unternehmen, das einmal sehr innovativ und erfolgreich war, nie wieder erfolgreich sein wird. Etablierte und bedeutende Unternehmen in Deutschland ruhen sich meistens erst einmal auf ihren Lorbeeren aus. „Wir haben das Automobil erfunden“ beschert Ihnen allerdings keinen dauerhaften Erfolg, wenn andere Unternehmen, die das Automobil nicht erfunden haben, Sie auf Ihrem Fachgebiet übertreffen. Innovativ zu sein, erinnert an einen Seiltänzer, der vom Seil fällt, wenn er sich nicht dauerhaft um die Balance bemüht. Verfallen Sie nie dem Glauben, an der Spitze zu sein, sondern nutzen Sie dieses Erfolgsgefühl dazu, sich noch mehr anzustrengen. Nur mit kontinuierlicher Arbeit schaffen Sie es, dem Dilemma der Innovatoren zu entgehen.
  9. Don´t be afraid of Transparency
    Jedes Unternehmen verfügt über eine Menge anWissen und Kreativität. Aber auch Kunden, Enthusiasten, Experten und Kreative wissen viel über Ihre Produkte oder Dienstleistungen. Interne und externe Transparenz sind zwei Dinge, vor denen sich viele Unternehmen fürchten. „Gestern gab es noch eine Wand mit Tesla-Patenten in der Lobby unserer Unternehmenszentrale in Palo Alto. Doch das war gestern, inzwischen sind sie abgenommen. Im Geiste der Open-Source-Bewegung wurden die Patente aufgegeben, um die Elektroautotechnologie zu fördern“, sagt Elon Musk über Teslas Model S, dass das erste Open-Source-Auto von Teslas wird. Das ist sicherlich ein extremes Beispiel. Wir beobachten jedoch, dass in vielen Unternehmen noch nicht einmal das interne Wissen mit den Mitarbeitern geteilt wird. Wer sagt, dass dem Ingenieur, der in der F&E-Abteilung arbeitet, eine bahnbrechende Innovation einfällt? Auf diese Idee kann eine ganz andere Person kommen, an die Sie nie gedacht hätten.
  10. It´s all about the Culture( for real)
    Auch wenn viele Faktoren die Innovativität eines Unternehmens beeinflussen, ist die Unternehmenskultur laut der Forschung* bei Weitem der größte Treiber für Innovation. Es wurde ebenfalls festgestellt, dass die geografische Kultur oder die Branche, in der das Unternehmen angesiedelt oder tätig ist, nur eine untergeordnete Rolle spielen. Unternehmen, die innovativ sind, verfügen im Kern über eine sehr ähnliche Unternehmenskultur. Natürlich ist eine bestehende Unternehmenskultur nicht im Schnelldurchgang in eine innovativere umzuwandeln, weil dies ein langfristiger Entwicklungsprozess ist. Die gute Nachricht ist, dass mit jeder Entscheidung vom Leadership Development zum PortfolioManagement, vom Mitarbeiter zum Topmanager, jeder einen Beitrag leistet und sich jede einzelne Entscheidung auf die Unternehmenskultur auswirkt. Es gibt also viele Ausgangspunkte innerhalb eines Unternehmens. Fangen Sie klein an, aber fangen Sie auf jeden Fall an. * Gerard J. Tellis, Jaideep C. Prabhu, & Raj

Auch wenn diese 10 Hypothesen zur Innovation inhaltlich locker und eher oberflächlich formuliert sind, gilt das auf keinen Fall für die Thematik. Große Unternehmen aus dem Silicon Valley sind begierig darauf, neue Märkte zu erobern, die auf den ersten Blick nichts mit ihrem Kerngeschäft zu tun haben. Stärke und Erfolg dieser Unternehmen basieren nicht nur auf ihrem Geschäftsmodell und dem Cashflow, sondern in erster Linie auf ihrer Unternehmenskultur. Wir haben das Detecon Innovationsradar (DIR) entwickelt, um die Innovativität eines Teams, einer Abteilung oder eines ganzen Unternehmens zu messen. Damit unterstützen wir unsere Kunden auf dem Weg in die Zukunft: Wir helfen dabei, einen individuellen Weg zu finden und unterstützen die transformativen Bemü- hungen unserer Kunden, damit sie eine Innovationskultur etablieren können und in ihrem Geschäftsbereich sowie darüber hinaus weiterhin führend bleiben.

So – what is it going to be?

  • Change
  • Die

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