pdf-iconIm Zuge eines Pro-bono-Projektes hat ein Team aus jungen Consultants ein Fundraising-Konzept sowie eine digitale Kommunikations- und Interaktionsplattform für die gemeinnützige Organisation Afrika Rise e.V. entworfen und implementiert.

Die Digitalisierung eröffnet nicht nur Unternehmen, sondern auch wohltätigen Organisationen, die auf breite Unterstützung durch Interessenten und Spender sowie eine starke Vernetzung mit ihren Partnern angewiesen sind, eine Vielfalt an neuen Möglichkeiten. Mit dem Wunsch, diese stärker zu nutzen, ist die gemeinnützige Organisation Afrika Rise e.V. an das Volunteers & Ventures (V&V) Team der Detecon herangetreten.

Afrika Rise unterstützt eine Vielzahl an Initiativen in Uganda, für welche sie im Kernmarkt Deutschland Spenden generiert und ehrenamtliche Unterstützer gewinnt. Zur maximalen Ausschöpfung der Potenziale entstand der Bedarf nach einem moderneren Fundraising-Konzept sowie einer Plattform, die die Kommunikation zwischen dem Verein, den Initiativen und Non-Governmental Organizations (NGO) vor Ort in Afrika, Interessierten sowie Spendern ermöglicht. Zusätzlich sollte die Basis für einen zukünftig geplanten sozialen Tourismus geschaffen werden, bei dem sich interessierte Besucher direkt vor Ort aktiv in den Projekten einbringen können.

Die Komplexität des Fundraisings Spendentätigkeiten sind insbesondere in Deutschland ein

durchwachsenes und komplexes Feld. Mit rund 4,7 Milliarden Euro stieg das deutsche Spendenvolumen zwischen 2012 und 2013 zwar um 13 Prozent an, verteilte sich jedoch auf über eine halbe Millionen Vereine und Stiftungen, wovon mehr als 30 Prozent an die 100 größten Organisationen gingen. Zudem ist ein Anstieg des Volumens fast ausschließlich dann zu verzeichnen, wenn dramatische Ereignisse mit medialer Berichterstattung auftreten, wie es beispielsweise bei Flutkatastrophen oder Epidemien der Fall ist. Erschwerend hinzu kommt, dass sich ein Großteil der Bundesbürger unsicher über die Verwendung ihrer Spenden ist.

Handlungsfelder und Effizienzoptimierung

Aus diesen Erkenntnissen folgend wurden im Rahmen des Projektes fünf strategische Handlungsfelder für das Fundraising erarbeitet, die sowohl die Effizienz optimieren als auch neue Bereiche aufzeigen sollen. Diese wurden auch beim Design der digitalen Systeme berücksichtigt:

  • Übergreifend wird in erster Linie eine Professionalisierung der Aktivitäten angestrebt. Dies beinhaltet neben der Weiterverfolgung bereits erfolgreicher Methoden die Etablierung neuer Aktionsfelder. Hierunter fällt der Aufbau von Netzwerken und Partnerschaften, Nutzung von Crowdfunding-Plattformen sowie die Nutzung von E-Commerce-Systemen für Charity Shopping.
  • Mitgliedschaften sind neben den reinen Spendentätigkeiten ein wichtiger Eckpfeiler wohltätiger Organisationen. Ein strukturierter und effizienter Recruiting-Prozess erleichtert das Gewinnen und Onboarding neuer Mitglieder.
  • Wachsender Afrika-Tourismus und der Anstieg der deutschen Spenden führen zu einem weiteren wichtigen Feld, dem sozialen Tourismus. In zwei- bis vierwöchigen Touren werden Interessenten durch das Land und die Kultur geführt und engagieren sich hierüber hinaus in sozialen Projekten vor Ort.
  • Präsenz und Reichweite des Online-Auftrittes beeinflussen Spenden- und Mitgliedschaftsinitiativen massiv. Ein zeitgerechtes Design, welches durch Einfachheit und konzentrierter Informationsdarstellung glänzt, ist unabdingbar. Gepaart mit Search Engine Optimization (SEO) Methoden können Reichweite und erreichtes Publikum erheblich erweitert werden.
  • Ein angemessenes Relationship Management mit Spendern kann über wiederholte Spendenaktivitäten entscheiden. Dabei können bereits einfache Elemente wie personalisierte Dankesschreiben und Newsletter einen erheblichen Einfluss auf die Zufriedenheit der Spender haben. Ein Maximum an Transparenz zur Minimierung der Unsicherheiten ist auf allen Ebenen zu gewährleisten.

Von der Theorie zur Praxis

Um die Handlungsfelder systemisch abzubilden, ermittelte das Team in einer Potenzial- und Portfolioanalyse zwei entscheidende Hürden. Zum einen war sowohl ein integriertes System notwendig, welches die NGOs untereinander vernetzt, als auch ein externes Interface zur Öffentlichkeit. Zum anderen musste bei der Systemwahl auf eine möglichst kostengünstige Lösung zurückgegriffen werden, die einen hohen Nettodurchfluss der Spenden ermöglicht. Das Team wählte mit dem Kunden einen Systemmix aus drei Plattformen, die jedoch so vernetzt sind, dass sie teilautomatisiert Informationen erfassen, verarbeiten und interessentengerecht aufbereiten können. Im ersten Schritt konnte Detecon salesforce.com als wichtigen Partner für den Kunden gewinnen. Dies ermöglicht nicht nur das Anlegen und Verwalten von Projekten, sondern schafft ein Maximum an Transparenz und bietet durch sozial-kommunikative Elemente einen herausragenden Austauschkanal zwischen den NGOs. Spender, interessierte Touristen und Voluntäre können in Datenbanken angelegt und über vollautomatisierte Elemente per Newsletter und Dankesschreiben kontaktiert werden. Um die vorhandenen Aktivitäten und Projekte nach außen zu präsentieren, wurde mit einer Homepage ein zentrales Interface zur Öffentlichkeit geschaffen. Besucher haben dort die Möglichkeit, eine Übersicht zu den wichtigsten NGOs und zu ihren Projekten zu erhalten. Zusätzlich können sie sich unter Angabe relevanter Daten für Spenden, Projekte oder auch Tourismusaktivitäten melden. Die Daten werden dabei sowohl zentral in salesforce.com eingespielt als auch aus salesforce.com ausgelesen, so dass sie auf der Homepage präsentiert werden können. Zur weiteren Vernetzung der NGOs mit der Öffentlichkeit wurde ein Forum auf phpBB3 Basis als Plattform in die Homepage integriert. Registrierte Mitglieder können sich zu allgemeinen Themen, Projekten, Produkten oder Dienstleistungen moderiert austauschen.

Einfachheit sichert Erweiterung des Konzepts

In der Wahl der Systeme und bei deren Implementierung achtete das Team auf eine einfache, verständliche und skalierbare Umsetzung, bei der es keiner außerordentlichen Fachkenntnisse der Anwender bedarf. So können neue Maßnahmen bereits in wenigen Minuten im System erweitert werden, so dass sich das Konzept auch auf andere Länder in Afrika ohne großen Aufwand erweitern lässt.

  • Hardt, Alexander
    Hardt, Alexander Consultant
  • Obeloer, Julian
    Obeloer, Julian Consultant

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